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  • Birgit Böhm

Passieren

Aktualisiert: Aug 22


Jung und Alt
Alles passiert seine Zeit.

Es ist passiert.

Am vergangenen Wochenende sendete mir eine gute Bekannte ein Video. Es zeigte sie und ihre Familie. Die vier sangen ein selbst gedichtetes Lied per Video-Chat für ihre Mutter zum Geburtstag. Die alte Dame feierte ihr 100. Wiegenfest! Die Freude an dem fröhlichen Lieder-Gruß strahlte dem Geburtstags-"Kind" über das ganze Gesicht.

Dieses Video berührte mich und ich sann den ganzen Tag darüber nach:

Die alte Dame kam also 1921 auf die Welt.

In ihrem 18. Lebensjahr begann der zweite Weltkrieg und dauerte bis zu ihrem 24. Lebensjahr an.

Wie hat sie sich wohl damals gefühlt?

Hat sie sich gefragt, wann diese schlimme Zeit zu Ende sein wird?

Ob sie überhaupt mal enden wird?

Nun, viele Jahrzehnte später, feiert sie mit 5 Kindern, 12 Enkeln und 12 Urenkeln ganz zeitgemäß ihren 100. Geburtstag.

Es ist passiert.


Ich greife das Wort passiert heraus.

Es ist im Leben der Hundertjährigen viel passiert.

Auch heute passiert viel.

Bei jedem einzelnen von uns passiert tagtäglich Schönes und auch weniger Schönes.

Genau das Gleiche finden wir auf der gesellschaftlichen Ebene wieder:

Aktuell passiert viel. Gott sei Dank!

Wie meine ich das?

Lass uns auf das Wort passieren schauen!

Passieren kommt aus dem Französischen. Es leitet sich von passer ab.

Passer bedeutet: sich von einem Ort zum anderen zu bewegen, durchqueren, vorübergehen.

In dem Wort ist Bewegung enthalten.

Die verwandten Wörter Passant, Passagier, Passage, einen Ball zu passen und der Gebirgspass spiegeln das wider.

Sobald uns etwas passiert, bleiben unsere Gedanken häufig an dem Missgeschick, der Auseinandersetzung, dem Arbeitsplatzverlust, der stressigen Zeit, ... haften. Wir stecken gefühlt fest. Manchmal befürchten wir, dass es nun für alle Zeit so bleibt.

Doch

Alles, was uns passiert, ist nur vorübergehend. So wie wir eine Straße passieren, passiert Etwas unsere Zeit.

Das Ganze gilt sogar für Weltkriege; auch für andere Ereignisse.

Es ist ein lebendiger Prozess.

Je nachdem worum es geht, braucht es mehr oder weniger Zeit.

Für mich ist das Grund genug, voller Zuversicht zu bleiben!

Und irgendwann rufen wir: "Es ist passé!" "Es ist vorüber!"

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